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Heartache

Für ihn bin ich eine Adresse im Verteiler. Ein kleines Licht. Vielleicht sogar unsichtbar. Ich werde nicht wahrgenommen, nicht von ihm. In manchen Situationen scheine ich zu existieren, in anderen bin ich ein Zivilist, wie jeder andere auch. Frustriert mich das? Vielleicht ein wenig. Tu ich ihm Unrecht? Ich weiß es nicht. Manchmal gibt es Momente, in denen er in meine Augen sieht und ich das Gefühl habe, er blickt mir in die Seele, in anderen Momenten habe ich das Gefühl, er sieht durch mich hindurch.

Ich könnte mich auf so viele andere konzentrieren, wieso bin ich so stur? Ist es, weil es mich vor eine Herausforderung stellt, dass er so unerreichbar ist? Würde ich mir nicht selbst einen Gefallen tun, wenn ich ihn einfach vergesse? Aber genau das ist es ja. Ich kann ihn nicht vergessen.

Er fasziniert mich...

Er ist intelligent, nett, unterhaltsam und ich muss lächeln, wenn ich ihn sehe. Egal, in was für einer Stimmung ich bin. Und es verletzt mich jedes mal, wenn ich spüre, dass er mich eben nicht so sieht. Aber wieso auch? Ich bin nicht wichtig. Ich bin ein kleines Licht, ein kleines junges Licht, dass ihn umschwärmt. Eigentlich sollte ich die Motte sein und er das Licht, aber ich bin das Licht, das die Motte umkreist. Ziemlich kompliziert, was ich mir da gerade zusammendenke. Ich weiß ja auch nicht.

Ich verstehe jeden. Nur mich selbst nicht. Und ihn verstehe ich nicht. Für mich ist jeder Mensch berechenbar, ich kann die Reaktionen vorausahnen, ich kann in die Menschen hineinsehen. Aber er ist ein Buch mit sieben Siegeln. Bei ihm versagen all meine empathischen Fähigkeiten.

Seit nun mehr als einem Jahr fühle ich mich zu ihm hingezogen und es ist nicht einfach damit zurecht zu kommen. Es schmerzt.

2 Kommentare 15.8.08 22:30, kommentieren

Morgen

Morgen werde ich ihn wiedersehen und schon jetzt schlägt mein Herz bis zum Hals. Er ist so wunderbar.

Er verzaubert mich auf eine so seltsam schöne Art und Weise, dass ich Angst bekomme, es sei zu spät und ich würde nie wieder ohne sein Spiel vor Augen durch die Weltgeschichte spazieren können.

Wenn er spielt, dann ist er umgeben von einem süßen Dunst, einem Hauch, einer goldenen Aura, die ihn zu dem perfekten Menschen macht. Darüber vergesse ich all den Schmerz, ich vergesse all meine Verzweiflung und fühle mich ihm so nah. Er erreicht mich überall. Selbst wenn ich seinem Spiel nur aus der Ferne lausche, weiß ich, wie er atmet, wie seine schlanken Finger über die Tasten huschen, wie er duftet, wie er die Augen schließt und jeden Ton spürt. In diesem Moment fühlt es sich an, als seien wir eins, ein Geist, verloren in den endlosen Weiten der Musik und in leeren Gedanken.

Sein Spiel verstummt und ich weiß: es war nur Einbildung.

Und dennoch bin ich glücklich über jeden Moment, in dem ich diese Nähe zu ihm spüre. Denn es brennt sich in mein Gedächtnis, wie er bei jeder ironischen Wendung im Stück verschmitzt lächelt...wie er die Musik lebt, die er erschafft, in eben dem Moment.

Doch die Zeit vergeht im Flug.

Vielleicht ist er der einzig Wahre. Doch ist er das auch, wenn es ihm mit mir nicht so geht? Wenn ich für ihn nur ein Ohr unter vielen anderen Zuhörern bin?

1 Kommentar 16.8.08 22:01, kommentieren


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